Heute möchte ich dir einen Einblick geben wie die Arbeit mit inneren Anteilen aussehen kann. Und du wirst gleich sehen, dass der Begriff „Arbeit“ nicht übertrieben ist.
Dazu gehen wir davon aus, dass sich unser Selbst aus verschiedenen inneren Anteilen zusammensetzt. Ein innerer Anteil ist ein neuronales Netzwerk, also Nervenverbindungen in unserem Nervensystem, die unter bestimmten Umständen ganz autonom angesteuert und aktiv werden.
Du kannst dir das ungefähr so vorstellen:

Egal ob du ein Mann oder eine Frau bist und egal wie alt du bist, das Bild funktioniert auch für Kinder.
Weil ich eine Frau bin, stelle ich mir mein ICH also so vor:

Jedes ICH hat einen „unversehrten Kern“. Davon dürfen wir ausgehen. Du kannst es auch „wahres Selbst“ oder „wahres Wesen“ nennen oder vielleicht findest du noch einen für dich passenderen Namen dafür.
Dem „unversehrten Kern“, unserem „wahren Wesen“ oder „wahren Kern“ sind wir wohl zu Beginn unseres Lebens am nächsten. Und auch wenn wir schon während der Schwangerschaft und natürlich auch während unserer Geburt geprägt werden und sich das in unserem Nervensystem zeigt, so finde ich das Bild eines zufriedenen Babys dazu doch sehr passend.
Wir kommen auf diese Welt und dürfen davon ausgehen, dass dieses Leben für uns ist. Es ist ein Geschenk.
Und diesen unversehrten Kern, den wir in uns tragen, für den dürfen wir uns ein Bild aussuchen, es kann ein helles inneres Strahlen sein, Licht, vielleicht ein Gefühl von Wärme, was immer dir dazu einfällt. Du kannst ein Symbol damit verbinden, vielleicht einen Diamanten, ein Herz oder eine Sonne. Und dann kannst du nachspüren, wo in deinem Körper du deinen unversehrten Kern, dein wahres Wesen verorten möchtest. Vielleicht in der Herzgegend oder im Bereich des Solar Plexus. (Man nennt ihn auch Sonnengeflecht.😊Er ist ein Geflecht aus Nervenfasern in deinem Bauchraum.)

Es gibt dabei kein richtig oder falsch. Dein unversehrter Kern kann für dich an nur einer Stelle oder auch an zwei oder mehr Stellen spürbar sein. Nimm dir etwas Zeit und spür nach was sich für dich stimmig anfühlt. Vielleicht möchtest du dich dazu kurz ruhig hinsetzen oder legen und eine Hand auf deinen Bauchraum oder die Herzgegend legen und schauen was sich stimmig anfühlt.
Versuche dann dein wahres Wesen etwas näher kennenzulernen. Was assoziierst du mit ihm? Welche Worte, Bilder, Körperempfindungen stehen für dich damit in Zusammenhang?
Liebe. Licht. Helligkeit. Wärme. Zugewandtheit. Wohlwollen. Frieden. Ruhe. Heiterkeit. Glück. …
Du kannst diese Übung nur in deinen Gedanken machen. Nimm dir dafür ausreichend Zeit und versuche vor allem die Körperempfindungen und Bilder dazu tief in dir zu verankern.
Sie sind eine wichtige Ressource.
Noch effektiver ist die Arbeit mit inneren Anteilen, wenn du dir aufmalst oder aufschreibst was dir dazu einfällt. Du musst dazu weder gut malen können, noch besonders gut schreiben. Du kannst mit Vorlagen aus dem Internet arbeiten, daraus Kollagen basteln, selber malen… ganz egal! Schreib einzelne Wörter dazu. Was auch immer sich gut anfühlt.
Auch Kinder können von dieser Art Arbeit mit inneren Anteilen profitieren.
Wenn du Lust hast auf diese Art weiter zu arbeiten, dann schau gerne auch in den nächsten Beitrag rein!
