Zum Umgang mit Symptomen

Viele Menschen, die von frühem Trauma betroffen sind, beschreiben die unterschiedlichsten Symptome. Eines der häufigsten ist eine bleierne Schwere, die über allem liegt. Und nicht selten wünschen sich KlientInnen, dass diese Schwere verschwinden möge. Diese Sehnsucht nach UnbeSCHWERtheit ist sehr verständlich.

Doch, wenn wir auch hier versuchen, einen traumasensiblen Blick auf die Symptomatik zu werfen, dann dürfen wir erkennen, dass alles einen guten Grund hat, dass das Leben immer für uns ist und auch dieses Symptom, diese Schwere Sinn macht.

Vielleicht hilft es dir, dir die Schwere wie eine kuschelige dunkelgraue Wolldecke vorzustellen, die über allem liegt. Über allem was du erlebt hast, die all das bedeckt, verdeckt und zudeckt, so dass es nicht jeden Tag im Fokus deiner Aufmerksamkeit steht. Sie deckt zu, was war, und ermöglicht dir weiterzumachen, den Blick ins Hier und Jetzt und nach vorn zu richten, weiterzuleben, zu überleben und weiter zu funktionieren.

Manchmal, wenn es darauf ankommt, vergisst du die schwere Decke fast, bis du in einem ruhigen Moment ihre drückende Last wieder spürst. Häufig spüren wir die Symptome gerade in den Phasen und Momenten am meisten, wenn wir zur Ruhe kommen, wenn es uns eigentlich gut gehen könnte. Denn dann hat unser Körper die Kapazität dafür einen Blick unter die Decke und auf Vergangenes zu richten. Um zu verarbeiten und zu integrieren… Denn natürlich möchte auch dein Körper frei und unbeschwert sein, natürlich ist es auch sein Ziel irgendwann ohne die schützende Decke auszukommen.

Und dann ist der richtige Zeitpunkt vorsichtig unter die Decke zu spitzeln und zu schauen, was sich darunter verbirgt. Du entscheidest wie weit du die Decke anheben möchtest, wie oft und wie lange du darunter schauen möchtest und ob du das alleine oder lieber mit jemandem zusammen machen möchtest. Denn, wenn du hinschaust und hinspürst, können alte Erfahrungen integriert werden. Ganz behutsam und in deinem Tempo.

Wir wollen die Decke nicht einfach wegziehen und alles schutzlos ausbreiten, sondern wir wollen ihren Wert erkennen und dankbar dafür sein, dass sie da war und immernoch da ist, wenn wir sie benötigen.

Wenn du daran interessiert bist auf diese Weise mit mir zusammen an deinen Themen zu arbeiten, dann melde dich gerne für ein kostenloses Erstgespräch.

Zum Umgang mit der Schwere