Trauma und Sicherheit
4. Oktober 2025
Überall hört man von der Arbeit mit dem „inneren Kind“. Bücher wie „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl versprechen Trost und einen gangbaren Weg sich mit sich selbst und der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Für Menschen, die von frühem Trauma betroffen sind, kann dieser Weg holpriger sein als für andere. Deshalb dürfen sie ihn noch langsamer und achtsamer gehen und sich jemanden an ihre Seite holen, der ein Stück mit ihnen geht, wann immer sie das Gefühl haben, dass es ihnen gut tut. Der Weg mit dem „inneren Kind“ zu arbeiten, kann sehr lohnenswert sein. Doch gerade,
Blog
3. September 2025
Viele Menschen, die von frühem Trauma betroffen sind, beschreiben die unterschiedlichsten Symptome. Eines der häufigsten ist eine bleierne Schwere, die über allem liegt. Und nicht selten wünschen sich KlientInnen, dass diese Schwere verschwinden möge. Diese Sehnsucht nach UnbeSCHWERtheit ist sehr verständlich. Doch, wenn wir auch hier versuchen, einen traumasensiblen Blick auf die Symptomatik zu werfen, dann dürfen wir erkennen, dass alles einen guten Grund hat, dass das Leben immer für uns ist und auch dieses Symptom, diese Schwere Sinn macht. Vielleicht hilft es dir, dir die Schwere wie eine kuschelige dunkelgraue Wolldecke vorzustellen, die über allem liegt. Über allem was
Trauma und Sicherheit
6. Juli 2025
Kennst du den Gedanken? Wenn du als Kind genügend Liebe bekommen hättest, dann wäre jetzt alles gut? Oder den Wunsch, dass die eigenen Kinder sich immerzu geliebt fühlen mögen? Vielleicht kennst du es auch, dass die Stimmung zwischen dir und deinem Partner oder deiner Partnerin gerade nicht die beste ist, und du denkst er oder sie liebt dich nicht genug. Denn sonst wäre das alles ja ganz anders, leichter und unbeschwerter. In dem Buch Trauma endlich überwinden, von Dr. Aylin Thiel, vergleicht die Autorin die Liebe und auch die Nähe, die wir zu anderen empfinden, die wir empfangen und schenken
Anteilearbeit
28. Juni 2025
Innere Anteile brauchen Zuwendung Wenn ich mich „Fetti“ und „Klothilde“ zuwenden will, gelingt mir das am besten, wenn ich mir ein Kissen schnappe und es fest umarme. Dann drücke ich es an mich, schließe die Augen und versuche mit meinen Gefühlen in Kontakt zu kommen. Ich spüre, wie der der kleine „Fetti“, der mit meinem 5-jährigen Ich verschwimmt, sich nach einem kuscheligen Rückzugsort sehnt, an dem er sich fallen lassen kann, sich warm, sicher und geborgen fühlt. Ein Ort, an dem er nicht stark sein muss, sich nicht selber halten muss, sondern getragen und aufgefangen wird von vielen weichen Kissen.
Anteilearbeit
24. Mai 2025
Blogartikel 4 Die Identifikation mit inneren Anteilen Nachdem ich bei der Arbeit mit meinen inneren Anteilen auf Fetti und Klothilde gestoßen war, konnte ich ihnen nicht mehr so leicht aus dem Weg gehen. D.h. Fetti ließ erstmal nichts mehr von sich hören. Doch Klothilde war nun immer häufiger präsent und auch mein Essverhalten veränderte sich. Ich verfiel in alte Muster, von denen ich geglaubt hatte, sie eigentlich längst hinter mir gelassen zu haben. Ich aß ungesünder, häufiger und vor allem mehr als sonst. Mein Sättigungsgefühl konnte ich nicht gut wahrnehmen und so meldete der Magen nach dem Essen häufig ein
Anteilearbeit
5. Mai 2025
Wie kommt man denn nun mit seinen inneren Anteilen in Kontakt? Ich möchte dir heute mal ein Beispiel dafür geben – anhand von emotionalem Essen. Essen erfüllt häufig nicht nur den Zweck unseren körperlichen Hunger zu stillen und uns mit Energie zu versorgen, sondern es ist vom Beginn unseres Lebens an auch damit verknüpft emotionale Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn wir gestillt werden oder die Flasche bekommen, bekommen wir nicht nur Nahrung, sondern auch Zuwendung. Das ist gesund und richtig. In jeder Familie und für jedes Baby sieht die Stillbeziehung zur Mutter oder das Gefüttert werden mit der Flasche anders aus
Anteilearbeit
5. Mai 2025
Um mit inneren Anteilen arbeiten zu können, ist es wichtig einen sicheren Ort in unserem Inneren zu erschaffen. Unsere Phantasie ist eine großartige Ressource und kann uns helfen für all das, was wir uns sehnlichst wünschen, einen Raum zu schaffen. Trauma zerstört Sicherheit. Deshalb dürfen wir uns Stück für Stück diese Sicherheit zurückerobern. Gerade wenn wir keine ausreichend sicheren Bindungserfahrungen gemacht haben und dieses Urvertrauen ins Leben und in andere Menschen nicht kennen, hilft uns unsere Phantasie einen solch sicheren, geborgenen Ort entstehen zu lassen. Denn genauso wie jeder von uns einen unversehrten inneren Kern in sich trägt, tragen wir
Anteilearbeit
5. Mai 2025
Heute möchte ich dir einen Einblick geben wie die Arbeit mit inneren Anteilen aussehen kann. Und du wirst gleich sehen, dass der Begriff „Arbeit“ nicht übertrieben ist. Dazu gehen wir davon aus, dass sich unser Selbst aus verschiedenen inneren Anteilen zusammensetzt. Ein innerer Anteil ist ein neuronales Netzwerk, also Nervenverbindungen in unserem Nervensystem, die unter bestimmten Umständen ganz autonom angesteuert und aktiv werden. Du kannst dir das ungefähr so vorstellen: Egal ob du ein Mann oder eine Frau bist und egal wie alt du bist, das Bild funktioniert auch für Kinder. Weil ich eine Frau bin, stelle ich mir mein